Drehkrankheit

Die Drehkrankheit

Die Drehkrankheit ist eine parasitäre Erkrankung, die vornehmlich für Forellenbrut und -setzlinge (wobei Bachforellen selten offensichtlich erkranken) bis zu etwa 6-7 cm gefährlich ist.
Der Erreger ist das einzellige Sporentierchen Myxobolus cerebralis. Neuere Abklärungen weisen auf einen im Teichbodenschlamm lebenden Schlammwurm (Tubifex) als Zwischenwirt hin.
Diese Sporen sind ungewöhnlich widerstandsfähig und können sich unter Umständen jahrzehntelang im Teichboden halten. Selbst durch Kalkung der Teiche ist eine sichere Abtötung des Erregers nicht möglich.
Der Parasit macht verschiedene Entwicklungsstadien durch. Die (von Tubifex) freigesetzten Sporen werden vom Jungfisch aufgenommen und gelangen via Verdauungstrakt ins Blut, um sich bei Brut und Setzlingen unter 6-7 cm im noch weichen Schädelknorpel festzusetzen. Dort lösen sie nach eineinhalb bis zweieinhalb Monaten entzündliche Veränderungen aus. Die normale Knochenbildung wird gestört.
Die ersten Symptome treten auf: Schwarzverfärbung des Schwanzbereiches und Dreh-Schwimmbewegungen um die Körperquerachse sowie abnorm schreckhafte Reaktionen bei Erschütterungen, mit bis zur Erschöpfung sich steigerndem Herumschießen.
Nach drei bis vier Monaten entstehen durch die Parasiten Höhlungen im Schädelknorpel, die zu den oft beobachteten Schädeldeformationen führen, wie Muldenbildung, Verkürzung der Kiemendeckel, Verkürzung des Ober- bzw. des Unterkiefers (Mopskopf) sowie Wirbelsäulenverkrümmungen. Die direkten Verluste sind im allgemeinen mässig, aber die befallenen Fische bleiben in ihrer Mehrzahl als Kümmerlinge in Wachstum und Widerstandsfähigkeit gegenüber den unbefallenen Tieren weit zurück.
Sie stellen einen wirtschaftlichen Verlust und eine Belastung des Bestandes dar. Ihre Anfälligkeit gegen weitere Virus-, Bakterien-, Pilz- und Parasiteninfektionen ist augenfällig.
Die sichere Diagnose der Drehkrankheit ist nur in der Laboruntersuchung möglich.
Eine effektive medikamentöse Behandlung dieser Krankheit ist zweifelhaft. Die Erfolge mit verschiedenen bisher erprobten Medikamenten sind eher dürftig und lohnen kaum die Umstände ihres Einsatzes.
Tote oder kranke Fische sollten aus der Anlage abgesammelt und durch Verbrennen bzw. gesicherten Abtransport in einen Tierkörperverwertungsbetrieb unschädlich beseitigt werden.

Ursache: Einzeller (Myxosoma cerebralis)

Zwischenwirt: Tubifex

Vorkommen: Regenbogenforelle und and. Salmoniden

Verlauf: Sporen werden über Nahrung aufgenommen, im Darm zu Cercarien, diese wandern über Darmwand und Blutsystem in die Kopf- und Wirbelregion

Folge: Schädigung des ZNS, verknöchern das Skelett, werden wieder Sporen gebildet (chron. Stadium). Beim Absterben werden Sporen wieder frei, gelangen über den Schlamm wieder zum Zwischenwirt

Bekämpfung: nur in Teichanlagen möglich, verendete Fische entsorgen, Teiche desinfizieren

Akutes Stadium: nur bei Jungfischen, Schwarzfärbung im Schwanzbereich, drehförmige Schwimmbewegungen

Chronisches Stadium: nur bei verknöchertem Skelett, Kiefermissbildungen (Mopskopf), Wirbelsäulenverkrümmung, Skelettdeformation.

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